Designschutz & Urheberrecht – Recht auf Urhebernennung

Heute morgen habe ich einen sehr schönen Vortrag zum Thema „Design“ anhören dürfen (Der Vortragende war André Landau, dessen Seite Sie hier ansehen können) . Besonders beeindruckt haben mich übrigens die stylischen und in Optik und Text sehr reduzierten Folien (Ich versuche schon seit einiger Zeit, auch  meine Folien auf das Wesentliche, am Besten nur auf Schlagworte, zu reduzieren und stelle doch immer wieder fest, dass der Drang nach Vollständigkeit und Erklärbär-Mentalität obesiegt).

Jedenfalls ging es in dem Vortrag auch um die Rechtesituation und die Urhebernennung.

Der Urheber, also auch der Designer, Grafiker, Layouter o.ä. hat ein Urheberpersönlichkeitsrecht. Das wird er auch nie mehr los, es geht also bei einer Übertragung von Rechten nicht mit über. Übertragen kann man nur die Nutzungsrechte.

Aus diesem Persönlichkeitsrecht heraus jedenfalls hat der Urheber auch das Recht auf Nennung seines Namens als Urheber des Werks. Daher gilt es aufzupassen: In dem Vertrag mit dem Urheber sollte bestenfalls ein Verzicht auf dieses Recht vereinbart werden, da sonst der Urheber, auch viel später noch Ansprüche haben kann.

Übrigens: In vielen Lizenzbedingungen der einschlägigen Bildagenturen im Internet finden sich auch Passagen, die die Urhebernennung explizit vorschreiben. Wird ein Bild dort „gekauft“, aber die Urhebernennung vergessen, bringt die gesamte Lizenz nichts, da man dennoch abgemahnt werden kann.

Advertisements

4 Kommentare zu “Designschutz & Urheberrecht – Recht auf Urhebernennung

  1. Vielen Dank für den informativen Artikel. Leider muss man in der heutigen Zeit ja sehr vorsichtig sein, da man sehr schnell gegen das Internet Recht (oder manchmal auch als Web-recht bezeichnet) verstossen kann, ohne dies zu bemerken. Interessanterweise nutzen dennoch viele Webseiten das gleich Bild, ohne Nennung irgendwelcher Quellen oder Autoren.

    Gefällt mir

    • Das ist richtig. Das Internet als rechtsfreier Raum ist eine Mär. Die Regelungen im Netz sind sogar umfassender als offline. Daran mag es auch liegen, dass viele sich nicht daran halten (können). Es mag aber auch einfach mangelndes Wissen oder aber der gefährliche Satz „Es machen doch alle so“ sein, der dazu führt. Ich selbst stelle auf nahezu allen Webseiten rechtliche Mängel, zumindest rechtlich bedenkliche Umstände fest.

      Gefällt mir

  2. Hallo,
    hat der Urheber neben dem Recht zu verlangen, dass sein Name genannt, also das Werk bezeichnet wird, auch das Recht zu bestimmen, wie das Werk bezeichnet werden soll? Und betrifft dieses Recht nicht nur das Werk selbst, sondern auch Nebentexte wie z.B. Chronologien, Werbetexte o.ä.?

    Gefällt mir

    • Das Urheberrecht sieht lediglich Regelungen über die Verwertungsrechte an den Werken vor, nicht über die Rechte auf die Bezeichnung. Diese aber ergeben sich aber ggf. aus dem Namensrecht bzw. Markenrecht. Der Urheber bezeichnet sein Werk ja in der Regel selbst. Damit erwirbt das Werk Namens- bzw. Titelschutz nach dem Markenrecht (Nur aufpassen, keine Rechte Dritter zu verletzen). Es kann aber sein, dass es vertraglich anders geregelt ist, bspw. bei einer reinen Auftragsarbeit kann auch dem Auftraggeber das Namensbestimmungsrecht zustehen.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s